Tipps für ein erfolgreiches Inkasso

  
Schuldner in Zahlungsverzug setzen
 
Zuerst einmal sollten Sie Ihren Schuldner in Zahlungsverzug setzen. Dies geschieht u.a. dadurch, dass Sie ihm eine Mahnung zusenden.
 
Gemäß § 286 Abs. 3 BGB tritt Zahlungsverzug auch dann (ohne Mahnung) ein, wenn der Schuldner nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit der Forderung und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung bezahlt. Bei einem Schuldner, der Verbraucher ist, tritt diese Rechtsfolge jedoch nur dann ein, wenn hierauf in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen wurde.
 
 
Maximal 3 Mahnungen
 
Ihrem Schuldner sollten Sie maximal 3 Mahnungen schicken. Senden Sie ihm mehr Mahnungen zu, nimmt er Sie nicht mehr ernst. Auch verschenken Sie hierdurch wertvolle Zeit, die bei einem in die Krise geratenen Schuldner oftmals über Erfolg oder Misserfolg (mit-)entscheiden kann.
 
Obwohl Zahlungsverzug bereits nach der 1. Mahnung eintritt, meinen viele, dass es erst nach der 3. Mahnung ernst würde. Daher empfehle ich Unternehmern, soweit im Einzelfall vertretbar, dem Schuldner 3 Mahnungen zukommen zu lassen.
 
Die 1. Mahnung sollten Sie noch als freundliche Zahlungserinnerung formulieren. Im Rahmen der 2. Mahnung sollten Sie bereits Weiterungen (z.B. das Berechnen von Verzugszinsen) ankündigen. Sollte noch eine 3. Mahnung erforderlich werden, kündigen Sie ihm Falle der Nichtzahlung die Inanspruchnahme anwaltlicher und gerichtlicher Hilfe an.
 
Nicht vergessen sollten Sie im Rahmen der Mahnungen konkrete und angemessene Zahlungsfristen (maximal 10 - 14 Tage) zu setzen.
 
Ferner sollten Sie im Rahmen Ihrer Mahnschreiben die offenen Rechnungen inklusive Rechnungsdatum, -nummer und -betrag sowie etwaige Nebenforderungen angeben.
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Am Ball bleiben
 
Bleiben Sie am Ball. Unmittelbar nach Ablauf der einzelnen von Ihnen gesetzten Fristen sollten Sie reagieren und den nächsten Schritt in die Wege leiten. Notieren Sie sich hierfür die einzelnen Fristen z.B. in Ihrem Terminkalender.
 
 
Treten Sie gegenüber Ihrem Schuldner konsequent auf
 
Ihrem Schuldner gegenüber sollten Sie auf Grund der sozialen Komponente Ihrer Geschäftsbeziehung freundlich bleiben.
 
Jedoch ist gleichzeitig auch ein konsequentes Auftreten erforderlich. Vermeiden Sie zum Beispiel im Rahmen Ihrer Mahnschreiben unterwürfige Floskeln wie: „Sollte sich Ihre Zahlung mit diesem Schreiben überschneiden, betrachten Sie es bitte als gegenstandslos.“ Ihr Schuldner ist dafür verantwortlich, dass Ihre Forderung nicht pünktlich beglichen wurde und nicht Sie! Wenn sich etwas überschnitten hat, so ist das das Pech Ihres Schuldners.
 
 
Inanspruchnahme professioneller Hilfe
 
Sollte Ihr Schuldner spätestens nach Ablauf der in der 3. Mahnung gesetzten Frist immer noch nicht bezahlt haben, nehmen Sie unverzüglich professionelle Hilfe in Anspruch, damit die oben erwähnten 3 Fragen (Chancen, die Forderung vollumfänglich durchzusetzen; auf welchem Wege und mit welchen Kosten) für Sie und zusammen mit Ihnen abgeklärt werden können.